Dienstag, 29. Dezember 2009
Monsieur Leroy liebte die Musik. Sanfte Klänge, am liebsten das Klavier und während sie spielte, da hob er seinen kleinen, alten Spazierstock und schwang ihn immer wieder in der Luft herum bis sich alles drehte. Sein kleines Haus am Ende des Sees lag noch vor dem bezaubernden kleinen Wald. Bis dahin hatte sich noch nie Jemand gewagt, nur er und das war sein Geheimnis. Einsam war er nie und niemals bereute er seine Entscheidung hierher gekommen zu sein, denn nur so konnte er das alles erleben. Und Monsieur wusste, dass die Anderen es nicht verstanden hätten. Sie hätten es nicht zu schätzen gewusst und sie hätten womöglich noch nicht einmal den Zauber bemerkt, nein sie hätten es verpönt und klein gemacht und niemals gesehen, was Leroy sah. Nur manchmal, da war er traurig, dass er all das erst so spät erkannt hatte, sein Leben war von Leid und von Enttäuschungen über die Menschen gezeichnet. Oh hätte er doch schon ein paar Momente früher dieses kleine Wunder erkannt. Warum er nun hier war? Lassen Sie uns überlegen, es war vor einer geraumen Zeit, da beherrschten ihn noch Geld und Macht und all diese nichtigen Dinge, nach denen jeder dieser dummen Wesen strebte. Leroy nannte sie seine Freunde, jene die Tagein Tagaus seine Gesellschaft suchten. Und zu oft stellte sich heraus, dass diese sich nach seinem Erbe sehnten, nach seiner Würde und nach seinem Glück. Doch was sie nicht ahnten, Monsieur Leroy war nicht glücklich, dort in diesem viel zu großen Palast, vollgestopft mit Reichtümern aller Art und Ansehen, welches sonst kein Anderer in der Stadt besaß. Und so begab es sich, dass Monsieur Leroy sich auf die Suche nach dem Glück machte. Zum ersten Mal spürte er es als er loszog, um alles hinter sich zu lassen. Und es fühlte sich so wundervoll an, dass es keine Zweifel ließ, das Richtige getan zu haben. Und je mehr er lief und suchte, desto klarer wurde ihm, was sein Ziel war. Doch dieses winzige Haus, am Ende des Flusses, kurz vor dem bezaubernden kleinen Wald war alles andere als das Ende der Reise. Es war der Anfang eines Traums. Leroy konnte nun fliegen und er sah sie, die kein anderer Mensch zuvor sehen durfte. Denn sie waren so wunderschön, dass sie jeden anderen Menschen das Leben gekostet hätten. Aber Leroy kannte das Geheimnis. Und so durfte er sie jederzeit besuchen. Besonders abends, da saß er in diesem kleinen elfenhaften Wäldchen und kniete sich auf das weiche Moos, und dann sah er sie. Ihre winzigen Flügel flatterten im Wind umher und erzeugten einen seidigen Schimmer im ganzen Wald. Und ganz besonders in diesen Momenten lehnte sich Monsieur zurück und erkannte, dass er endlich herausgefunden hatte, was Leben war.
Dienstag, 13. Oktober 2009
Geschichten ausm Sonderpostenmarkt
Es war gestern. Ein Anflug von hochmotivierendem Euphoriegefühl drängt meine Mutter und mich, in den uns nahgelegenen Sonderpostenmarkt zum Einkauf von Möbeln und diversen anderen Einrichtungsgegenständen.
So weit so gut. Meine M. verliebt sich auch sofort in diesen riesigen Garderobenständer, dort auf der kleinen Empore, in der hintersten Ecke des ganzen Marktes.
Unser erster Gedanke: Wie soll dieses Monstrum bloß in unser Auto passen und wie kriegen wir das Teil überhaupt bis da vorne zur Kasse?
Nach kurzen Überlegungen entscheiden wir, den Kofferraum zur Not offen zu lassen, um das Stück nach Hause zu transportieren und ich erkläre mich dazu bereit ihn bis an die Kasse zu wuchten.
Also los gehts, der Garderobenständer zwängt sich mit Sarah im Schlepptau durch die überaus engen Gänge, vorbei an den gaffenden Menschen, vorbei an der Gruppe von älteren Herren (der Gedanke an ein paar hochqualifizierte Heimhandwerker drängte sich mir auf...), die uns mit ihrem klischeebehafteten,mitleidserregenden Blick treffen.
Endlich an der Kasse! Nur noch ein paar Meter, dann sind wir hier draußen.
Denkste!
Die überaus freundliche Kassiererin besitzt die Güte, uns ganz vorne an der Kasse darauf hinzuweisen, dass dieses Montrum in meiner Hand leider nur das Schauobjekt ist. Die abgepackte Version würden wir ganz am anderen Ende des Marktes im Regal finden.
Ob mir das unangenehm ist? Nein, schlimmer. Ich schäme mich.
Also auf zurück. Mit hochrotem Kopf befördere ich den 2m Garderobenständer vorbei an den gaffenden Menschen und den selbstlosen Heimhandwerkern, dessen Blicke nun noch ein bisschen mitleidserregender und klischeebehafteter werden, zurück auf die kleine Empore.
Der abgepackte Ständer ist schnell gefunden. Seine Größe beträgt ca. 1/5 des aufgebauten Schauobjekts. Ich frage meine M. ob sie immer noch Angst hat, er könne nicht ins Auto passen...
So weit so gut. Meine M. verliebt sich auch sofort in diesen riesigen Garderobenständer, dort auf der kleinen Empore, in der hintersten Ecke des ganzen Marktes.
Unser erster Gedanke: Wie soll dieses Monstrum bloß in unser Auto passen und wie kriegen wir das Teil überhaupt bis da vorne zur Kasse?
Nach kurzen Überlegungen entscheiden wir, den Kofferraum zur Not offen zu lassen, um das Stück nach Hause zu transportieren und ich erkläre mich dazu bereit ihn bis an die Kasse zu wuchten.
Also los gehts, der Garderobenständer zwängt sich mit Sarah im Schlepptau durch die überaus engen Gänge, vorbei an den gaffenden Menschen, vorbei an der Gruppe von älteren Herren (der Gedanke an ein paar hochqualifizierte Heimhandwerker drängte sich mir auf...), die uns mit ihrem klischeebehafteten,mitleidserregenden Blick treffen.
Endlich an der Kasse! Nur noch ein paar Meter, dann sind wir hier draußen.
Denkste!
Die überaus freundliche Kassiererin besitzt die Güte, uns ganz vorne an der Kasse darauf hinzuweisen, dass dieses Montrum in meiner Hand leider nur das Schauobjekt ist. Die abgepackte Version würden wir ganz am anderen Ende des Marktes im Regal finden.
Ob mir das unangenehm ist? Nein, schlimmer. Ich schäme mich.
Also auf zurück. Mit hochrotem Kopf befördere ich den 2m Garderobenständer vorbei an den gaffenden Menschen und den selbstlosen Heimhandwerkern, dessen Blicke nun noch ein bisschen mitleidserregender und klischeebehafteter werden, zurück auf die kleine Empore.
Der abgepackte Ständer ist schnell gefunden. Seine Größe beträgt ca. 1/5 des aufgebauten Schauobjekts. Ich frage meine M. ob sie immer noch Angst hat, er könne nicht ins Auto passen...
Donnerstag, 1. Oktober 2009
Veränderungen
Eine Tatsache ist, dass ich mich nicht entscheiden kann, ob ich sie hasse oder liebe.
Natürlich gibt es die guten und die schlechten Veränderungen, doch beide laufen doch auf das selbe hinaus: Dass du das Alte aufgeben musst.
Im Endeffekt will ich die Veränderungen ja auch. Denn mal ehrlich? Wer will denn schon sein ganzes Leben lang auf ein und der selben Stelle stehen bleiben. Uns quält doch nur die Angst, dass das, was neues kommen mag, dem alten Zustand nicht das Wasser reichen kann.
Und vielleicht kann es das ja auch nicht... aber dann sollten wir doch wenigstens den Mut haben ein Risiko einzugehen. Denn dieses Risiko gibt uns ja auch die Möglichkeit einer positiven, schönen Veränderung und das ist doch das, was wir alle anstreben.
Glücklich zu sein.
Also stürzen wir uns doch in das Leben. Und nutzen wir doch jede Chance, die uns geboten wird.
Ohne Zweifel und ohne Ängste.
Montag, 14. September 2009
Sinne
Es sind wunderbare Gerüche,die mich erfassen. Gerüche von Kaffee und Pralinen und ein Duft von Schokolade, der von dieser kleinen Torte dort hinten in der Ecke rührt.
Und es sind diese Klänge. Klänge, mal sind sie klassisch, mal reißen sie dich mit und mal versetzen sie dich in Trance. Die schrillen und hohen Töne der Oper mögen mir womöglich zuwider sein, doch der kraftvolle Ton der Kirchenorgel, er gibt mir Ruhe, er versetzt mich in eine gewisse Trance und macht mich nachdenklich.
Und es sind beeindruckende Gebäude. Von Farbe und Pracht geziert, jene riesige Kirche, die so viele Geschichten erzählt und ein prunkvolles Schloss, welches alleinig aus Eitelkeit der Menschheit errichtet wurde.
Eine Frau, deren Enge und Unterdrückung man heute noch zwischen den Wänden der Prachtbauten spürt, genauso wie ihren Schönheitswahn, der sie ihr ganzes Leben lang begleitete.
Und plötzlich weicht diese drückende Stimmung, ich finde mich auf einem dieser roten, samtenen Stühle wieder. Die Menschen um mich herum lachen und klatschen. Sie sind völlig fasziniert von den Frauen und Männern, die sich dort oben auf der Bühne zur Schau stellen und die Theatervorstellung eröffnen.
Ein Eis wird uns auf dem Rückweg begleiten, man kann sie mit vollem Recht, als die beste Eisdiehle betiteln, die ich kennen lernen durfte.
Die Straßen tragen einen unangenehmen Geruch nach Urin und Dreck mit sich, doch der verträumten Atmosphäre tut dies kein Abbruch.
Eine Pferdekutsche, sie reißt mich aus meinen Gedanken,man trifft sie hier überall, genauso wie diese kleinen, runden Pralinen aus Marzipan.
Die Staßenbahn wird uns wieder zurück geleiten, denn sie fährt hier die ganze Zeit über.
Ein Erlebnis ist es allemal.
Das alles ist Wien.
Und es sind diese Klänge. Klänge, mal sind sie klassisch, mal reißen sie dich mit und mal versetzen sie dich in Trance. Die schrillen und hohen Töne der Oper mögen mir womöglich zuwider sein, doch der kraftvolle Ton der Kirchenorgel, er gibt mir Ruhe, er versetzt mich in eine gewisse Trance und macht mich nachdenklich.
Und es sind beeindruckende Gebäude. Von Farbe und Pracht geziert, jene riesige Kirche, die so viele Geschichten erzählt und ein prunkvolles Schloss, welches alleinig aus Eitelkeit der Menschheit errichtet wurde.
Eine Frau, deren Enge und Unterdrückung man heute noch zwischen den Wänden der Prachtbauten spürt, genauso wie ihren Schönheitswahn, der sie ihr ganzes Leben lang begleitete.
Und plötzlich weicht diese drückende Stimmung, ich finde mich auf einem dieser roten, samtenen Stühle wieder. Die Menschen um mich herum lachen und klatschen. Sie sind völlig fasziniert von den Frauen und Männern, die sich dort oben auf der Bühne zur Schau stellen und die Theatervorstellung eröffnen.
Ein Eis wird uns auf dem Rückweg begleiten, man kann sie mit vollem Recht, als die beste Eisdiehle betiteln, die ich kennen lernen durfte.
Die Straßen tragen einen unangenehmen Geruch nach Urin und Dreck mit sich, doch der verträumten Atmosphäre tut dies kein Abbruch.
Eine Pferdekutsche, sie reißt mich aus meinen Gedanken,man trifft sie hier überall, genauso wie diese kleinen, runden Pralinen aus Marzipan.
Die Staßenbahn wird uns wieder zurück geleiten, denn sie fährt hier die ganze Zeit über.
Ein Erlebnis ist es allemal.
Das alles ist Wien.
Sonntag, 13. September 2009
Gefunden habe ich sie während meiner Studienfahrt in Wien, im wunderschönen Schloss Schönbrunn. Wo mich das Schloss doch schon so faszinierte, traf mein Blick doch auch sehr lange auf dieses kleine, unscheinbare Schild.
Ein erster Gedanke: Ein verqueeres Deutsch-Englisch-Gemisch, womit uns die freundlichen Wiener entweder total verwirren oder ungemein helfen wollen.
Irgendwie schien mir dieser Gedanke ein wenig seltsam...
Ein zweiter Gedanke: Womöglich ist 'Not' ein deutsches Wort und wir Menschen sollen nur begreifen, dass wir diese Tür bei einer Not hier aufbekommen. In diesem Falle kann ich nur sagen, dass die Stärke der Wiener nicht in ihrer Grammatik liegt.
Später hatten wir das ungemeine Vergnügen noch ein zweites dieser Schilder zu finden,welches lautete: "kitchen ist open."
Donnerstag, 3. September 2009
Freitag, 28. August 2009
Konstantes Chaos
Tja, da hat sie mich wieder, die gute alte Schule. Und da dies nun leider wieder der Ort ist, an dem ich einen Großteil meines Lebens verbringe, an dem ich esse, schlafe und sonst auch noch alles andere tue, gibt es zur Zeit nicht viel mehr zu berichten, als dieses leidvolle Thema.
Nun ist doch erst eine Woche vergangen, seitdem ich qualvoll aus der wunderbar, träumerischen Trance der Ferien gerissen wurde und schon sitze ich wieder hier in meinem alt bekannten, völlig überfordernten Zustand und starre unentwegd auf diesen riesigen Müllberg, der sich früher einmal Schreibtisch nannte.
Gerade am ersten Schultag kam mir schon in den ersten Minuten ein Schwall von fast zu ekelhaft betitulierenden Euphorie der Lehrer entgegen, wobei ich mich doch so felsenfest auf ein beiläufiges Nichtstun eingestellt hatte.
Tja, Pech gehabt! Würde ich mal sagen.
Und in diesem neuen, erkenntnisreichen Zustand lies ich mich doch nur allzu gern freiwillig in den Sog des Du-machst-bald-Abi-Zugs ziehen.
So, nur um hier mithalten zu können, brauchte ich einen Plan. Etwas, was mir vorher nie einfiel, etwas, was diesmal funktionieren würde und meine Motivation weckte.
Ich muss leider gerade hier abbrechen... denn bis jetzt fiel mir wirklich noch nichts lukratives ein.
Ein neu angeschafftes Notizbuch hat bis jetzt schon mal seinen Teil getan, denn das System der davor genutzten To-do-Listen mahnte mich auch schon nach kurzer Zeit und die Zettelwirtschaft wuchs mir über den Kopf. Vorausgesetzt die Zettel tauchten denn auch irgendwann nochmal auf...
Und so kann ich nur sagen: Abi, ich komme!
Montag, 24. August 2009
Wege
Ein leerer Raum.
Auch heute tritts du wieder ein, warum weißt du nicht.
Nur du hast das dringende Gefühl, dass du unbedingt eintreten musst.
Und nun stehst du hier, was hat es bloß zu bedeuten?
Wo doch in diesem Raum nichts ist, nichts greifbares.
Ein Geräusch.
Ein langer Moment des Wartens.
Enttäuschung?
Doch dann siehst du sie. Alle.
Auch heute tritts du wieder ein, warum weißt du nicht.
Nur du hast das dringende Gefühl, dass du unbedingt eintreten musst.
Und nun stehst du hier, was hat es bloß zu bedeuten?
Wo doch in diesem Raum nichts ist, nichts greifbares.
Ein Geräusch.
Ein langer Moment des Wartens.
Enttäuschung?
Doch dann siehst du sie. Alle.
Dienstag, 18. August 2009
Zugbekanntschaften

Ich muss zugeben, in letzter Zeit komme ich sehr viel herum und habe die Gelegenheit so einiges zu sehen von dieser Welt. Diesmal war es die wunderschöne Stadt München, die ich bereiste und der ich zugegebenermaßen erstmal sehr skeptisch gegenüber stand. Wahrscheinlich bin auch ich ein Freund des Klischeedenkens, da meine Vorstellung von München vorerst nicht über Bierbäuche, Trachten und Volksgedudel hinaus ging. Ich muss aber dann immer wieder lernen, dass meine ersten Vorstellungen und Eindrücke oft nicht richtig sind. Und doch, ich lasse mich auch immer wieder gerne eines Besseren belehren :)
So begann unsere 5-tägige Reise und schon die Zugfahrt wurde sehr unterhaltsam. Nach gewissen Komplikationen bezüglich unserer reservierten Plätze fanden wir uns neben einer Hand voll Rosenheimer Schnittchen wieder, die die volle Zugfahrt damit beschäftigt waren, zu kniffeln und Weißbier zu trinken. Schon hatte uns unser hessischer Akzent als Touris enttarnt, bekamen wir einen Haufen voller Insidertipps (hauptsächlich von Bar und Kneipen), denen wir in München unbedingt mal einen Abend opfern sollten. Ich muss schon zugeben, dass mir die Mentalität der Bayern von Anfang an imponierte und so wurde ich fast ein wenig sentimental, als wir uns von unserer Zugbekanntschaft verabschiedeten. Aber das ist wohl auch eines der reizvollen Dinge am Zugfahren, dass man Menschen begegnet, die man mit größter Wahrscheinlichkeit niemals mehr im Leben treffen wird.
Sonntag, 9. August 2009
Ein neuer Tag beginnt...
und schon sank meine Laune in den Bereich der Unerträglichkeit, meinerseits. Wo ich dem Flohmarkt doch sonst immer mit solch einer Euphorie begegnete, musste ich heute mit einer eingesteckten Niederlage zurückkehren. Manche Menschen sind aber auch wirklich sowas von unflexibel! Und gerade ich habe natürlich das Vergnügen, genau diesen Menschen zu begegnen (zumindest habe ich das so im Gefühl).
Heute handelte es sich um eine alte, jenseits des guten Zustandes liegenden Kiste, die da bei dem kleinen Stand auf dem Boden lag und meine Faszination sofort erweckte. Sofort zeigte mir meine Fantasie, in welches Projekt mich diese tolle Kiste verwicklen könnte, mit welcher Mühe und Arbeit ich diese alte Holzkiste wieder auf Vordermann bringen könnte, um sie dann voller Stolz meinen Mitmenschen zu präsentieren. Es sollte etwas werden, wohin ich meine ganze überschüssige Energie und meinen ganzen Frust hineininvestieren konnte. Ich hatte sogar schon geistig mein geringes Budget, über das ich im Moment verfüge für Schleifpapier, Lack und Farbe ausgegeben und sah meinem kommenden Tun schon freudig entgegen.
Nur hatte ich nicht mit dieser netten, überaus entgegenkommenden Frau gerechnet, die leider meiner kindlichen Euphorie einen Strich durch die Rechnung machte. Auf Nachfrage des Preises musste ich den überwucherten Preis von 5 € entgegen nehmen. 5 € ?!
Ihre Erklärung dazu, es sei ihre alte Werkzeugkiste gewesen, die sie nur ausgeräumt und schon innen extra geklebt habe, machte die ganze Situation auch nicht besser. Auf meine verzweifelten Nachfragen, ob sie denn nicht wenigstens ein bisschen mit dem Preis herunter gehen könnte, bekam ich nur eine grimmige und zugegeben auch feucht spritzige Antwort zurück, dass sie diese 5 € auf jeden Fall dafür haben will, ohne Diskussionen. Fast entwickelte sich aus diesem vorerst harmlosen Flohmarkthandel, nun ein Kampf um meinen Stolz, den ich nicht für eine alte, verwurmte Holzkiste aufgeben wollte. Und so verließ ich heute geknickt den Flohmarkt und musste den Traum von meiner tollen, selbst restaurierten Kiste nun leider aufgeben. Auch jetzt noch plagen mich innerste Wünsche für diese Frau, die ungefähr so lauten, wie: Hoffentlich wird sie heute gar nichts mehr verkaufen und hoffentlich wird ihr diese Kiste heute Abend beim Zusammenpacken ihres restlichen Schunds in den Händen zerfallen und sie wird sich unglaublich ärgern, über ihren übertrieben Stolz.
Auch wenn man mich als einen Menschen kennt, dessen Gewissen in übertriebenen Maße fungiert... heute kann ich mich mit meinen üblen Verwünschungen guten Gewissens zurücklehnen, um mir so meine Niederlage zu entkräften.
Heute handelte es sich um eine alte, jenseits des guten Zustandes liegenden Kiste, die da bei dem kleinen Stand auf dem Boden lag und meine Faszination sofort erweckte. Sofort zeigte mir meine Fantasie, in welches Projekt mich diese tolle Kiste verwicklen könnte, mit welcher Mühe und Arbeit ich diese alte Holzkiste wieder auf Vordermann bringen könnte, um sie dann voller Stolz meinen Mitmenschen zu präsentieren. Es sollte etwas werden, wohin ich meine ganze überschüssige Energie und meinen ganzen Frust hineininvestieren konnte. Ich hatte sogar schon geistig mein geringes Budget, über das ich im Moment verfüge für Schleifpapier, Lack und Farbe ausgegeben und sah meinem kommenden Tun schon freudig entgegen.
Nur hatte ich nicht mit dieser netten, überaus entgegenkommenden Frau gerechnet, die leider meiner kindlichen Euphorie einen Strich durch die Rechnung machte. Auf Nachfrage des Preises musste ich den überwucherten Preis von 5 € entgegen nehmen. 5 € ?!
Ihre Erklärung dazu, es sei ihre alte Werkzeugkiste gewesen, die sie nur ausgeräumt und schon innen extra geklebt habe, machte die ganze Situation auch nicht besser. Auf meine verzweifelten Nachfragen, ob sie denn nicht wenigstens ein bisschen mit dem Preis herunter gehen könnte, bekam ich nur eine grimmige und zugegeben auch feucht spritzige Antwort zurück, dass sie diese 5 € auf jeden Fall dafür haben will, ohne Diskussionen. Fast entwickelte sich aus diesem vorerst harmlosen Flohmarkthandel, nun ein Kampf um meinen Stolz, den ich nicht für eine alte, verwurmte Holzkiste aufgeben wollte. Und so verließ ich heute geknickt den Flohmarkt und musste den Traum von meiner tollen, selbst restaurierten Kiste nun leider aufgeben. Auch jetzt noch plagen mich innerste Wünsche für diese Frau, die ungefähr so lauten, wie: Hoffentlich wird sie heute gar nichts mehr verkaufen und hoffentlich wird ihr diese Kiste heute Abend beim Zusammenpacken ihres restlichen Schunds in den Händen zerfallen und sie wird sich unglaublich ärgern, über ihren übertrieben Stolz.
Auch wenn man mich als einen Menschen kennt, dessen Gewissen in übertriebenen Maße fungiert... heute kann ich mich mit meinen üblen Verwünschungen guten Gewissens zurücklehnen, um mir so meine Niederlage zu entkräften.
Samstag, 8. August 2009
Sonntag, 2. August 2009
Jungscharfreizeit '09

Wow! Die letzte Woche hat mir wirklich unglaublich viele Eindrücke gegeben. Ich sitze nun hier und bin völlig verzweifelt, denn ich habe das Gefühl, dass egal wie ich es aufschreibe, egal was ich sage, man kann es einem Unbeteiligten nicht erklären, wie schön, eindrucksvoll und schrecklich anstrengend die letzte Woche war.
Ich muss sagen, dass ich mich in den ersten beiden Tagen wirklich erstmal daran gewöhnen musste, ständig Jemanden um mich herum zu haben... diese 55 Kinder haben meine Nerven wirklich ganz schön strapaziert. Aber im Endeffekt hat sich diese ganze Anstrengung doch wirklich gelohnt und zum Ende hin wurde ich dann doch auch immer sentimentaler.
Zur Zeit kann ich fast diese Ruhe nicht mehr ertragen, nach der ich mich zwischenzeitlich in der Freizeit so sehr gesehnt hatte. Und auch der normale Alltag stellt sich gerade als Problem dar: Sobald ein Kind von 8-14 Jahren in mein Blickfeld tritt habe ich sofort das Bedürfnis, es genervt anzufahren, dass es sich doch gefälligst hinten anstellen soll und den Teller leer essen soll. Ich bin dabei sogar schon drauf und dran, meinen Mitmenschen die Strafentüte zu bringen, welche sie wahrscheinlich zu Küchen- oder Klodienst verdonnern wird.
Was ich bald in dieser Jungscharfreizeit herausfinden musste ist, dass sich der Begriff "Kind sein" im laufe der Jahre doch sehr verändert hat. Ich zumindest kann mich, wenn ich an die kleine Sarah von 9 oder 10 Jahren zurück denke, zumindest nicht so ganz mit den Kinder identifizieren. Wo mir in diesem Alter noch Klamotten so wichtig, wie die Börsenspekulationen im Ersten waren und ich nicht mal daran dachte, dass man sich irgendwelche Farbe ins Gesicht schmieren kann, um attracktiver auszusehen, wurde ich hier eines Besseren belehrt. Es schien mir eher so, dass ich mir nun mit meinen 18 Jahren noch ein paar Stylingtipps von den KLeinen geben lassen sollte, um in ihrer Welt mithalten zu können. Und so kam es, dass ich morgens mit meinem müden, verkwollenen Gesicht das Bad betrat und eine Traube von kleinen Mädchen wahrnahm, die sich um die Spiegel scharten und Schminkutensilien um sich herum liegen hatten, die ich zuvor noch nie in meinem Leben gesehn hatte.
Insgesamt schrieb ich mir am Ende dieser Woche 3 Grundsätze zu Kindern auf:
1. Kinder sind ekelhaft.
2. Kinder sind grausam.
3. Kinder nerven.
Den ersten Punkt konnte man hauptsächlich auf die Nutzung der Klos und Bäder beziehen, wobei ich oft Anblicke hatte, die ich einfach wieder vergessen wollte und auch später so tat, als ob dies niemals passiert sei. Weiter hatte ich aber auch Erlebnisse mit 14-jährigen, die es einfach urkomisch fanden, vor meinen Augen eine Wespe auf ihrem Teller zu enthaupten und danach zu sizieren (ich konnte meinen Brechreiz nur gerade so bändigen).
Das Wort 'grausam' klingt ziemlich hart trifft sicher auch auf die wenigsten der Kinder zu. Doch trotzdem hat mich diese Freizeit gelehrt, dass Kinder nicht zu unterschätzen sind und doch auch imstande sind, viel zu lästern und zu intregieren. Das zu erfahren war für mich sehr erschreckend, wo ich doch immer an das kindliche, harmonische Grundverhalten von Kindern glaubte.
Dass Kinder nerven, brauche ich wohl niemandem zu erklären. Doch ich denke, dass man wirklich mal so eine Freizeit miterleben sollte, um zu wissen in welcher Intensivität die Nerven dabei Strapazen erleiden müssen. Schon am dritten Tag hatte ich plötzlich das dringende Bedürfnis, meinen Kopf immer und immer wieder gegen die Wand zu hauen. Dabei hatte ich aber leider nicht bemerkt, dass kurz vor meiner Kopf-an-dieWand-hau-Aktion ein Junge an mir vorbei lief und "Yo Sarah" rief. Meine Reaktion darauf muss ihn wohl ziemlich verwirrt haben, da so schnell wie möglich das Weite suchte, bevor ich begreifen konnte, wie komisch und voller Ironie diese Situation eigentlich war. Immerhin hatten alle anderen Umstehenden ihren Spaß :P
Es ist wahrscheinlich unmöglich, alles hier zu notieren... ich selbst hatte ständig mein Buch bei mir, um auch jede coole Aktion und jeden witzigen Spruch der Kinder aufschreiben zu können. Und weil ich fast Angst habe, irgendetwas von dieser tollen Woche zu vergessen... denn Kinder sind nunmal nicht nur grausam, nervig und ekelhaft. :)
Bild: "Getümpelt" zu werden war wohl eine der schlimmsten Strafen, die die Monster zu erwarten hatten.
Samstag, 25. Juli 2009
Fernweh...
Montag, 13. Juli 2009
Namenstag?

Das war so ziemlich das Erste, was ich heute morgen auf meinem Pc sah. Namenstag? Ich bin mir nicht sicher, in wie weit dieser für mich Bedeutung hat. Vor ein paar Stunden noch hätte er mich wahrscheinlich so sehr, wie das unerklärliche Tropfen unserer Duschbrause interessiert. Doch nun, als ich die Glückwünsche meines zurzeit genutzten Internetportals entgegen nahem, erfüllte mich so etwas wie Stolz. Woher kam das? Nun bin ich doch volle 18 Jahre und habe mich bisher noch nicht einmal, mit meinem besagten Namenstag auseinander gesetzt geschweige denn ihn gefeiert! Und doch, heute trieb es mich dazu, mein Wissen über diesen Feiertag aufzufrischen. Herausgefunden habe ich nicht viel Neues. Wikipedia erklärte mir, dass es ein Gedenktag an einen Heiligen sei, der eben diesen Namen trug. Für viele sei dies sogar wichtiger als der eigene Geburtstag (hauptsächlich der katholisch und christlich orthodoxen Gesellschaft). Meine ersten Gedanken waren eher die, dass es ja wirklich enttäuschend unpersönlich ist, den Todestag eines verstorbenen Heiligen zu feiern, der wahrscheinlich auch nicht mehr, wie meinen Namen mit mir gemeinsam hat. Es scheint mir nicht allzu sinnvoll, meinen Geburtstag sausen zu lassen, um stattdessen den Todestag einer mir unbekannten Person zu feiern. Diese Ansicht scheint wahrhaftig sehr egoistisch zu sein. Aber mal ehrlich? Ich denke, es wird mir niemand verübeln, dass ich heute mal den Sinn des Namenstags ein bisschen verdrehe und auf mich selbst anstoßen werde, während ich mir Gedanken darum mache, dass ich meinen Namen wirklich gar nicht so schlecht finde.
Sonntag, 12. Juli 2009
Trödelmarkt
Es ist wohl mit das Einzige, was mich an einem gemütlichen Sonntagmorgen aus meinem Bett zwingt. Und wahrscheinlich ist es auch dieser zweite Sonntag im Monat, an dem mich meine Umgebung vor 10.00 Uhr morgens außerhalb meines Zimmers wahrnehmen könnte.
Die Atmosphäre ist doch jedes Mal wieder etwas ganz besonderes auf diesen Flohmärkten. Es scheint mir fast unmöglich diese Stimmung zu beschreiben, die dort herrscht, doch faszinierend ist es allemal. Wer einmal da war, kann mir vielleicht nachempfinden, dass man sich bei den ersten Schritten über den allgemeinen Trödelmarkt eher fremdlich, fast unerwünscht fühlt. So geht es mir zumindest. Doch dieses unwohle Gefühl weicht sehr schnell und wird durch Geborgenheit und dem Eindruck, einfach dazuzugehören, ersetzt. Fast gleicht es einer Aufnahmeprüfung, die einen in die Reihen dieser doch so gegensätzlichen Menschen dort auf dem Platz führt.Eine erste zögerliche Frage, der erste Handel, um das sehr ansprechende kleine Buch, das sich dort am Boden in den Kisten versteckt und schon gehörst du dazu.Gehörst du dazu... in die Gruppe dieser verrückten, melancholischen, trägen und frühmotivierten Menschen, die es doch immer wieder schaffen, mich in den Bann ihrer kleinen, faszinierenden Welt zu ziehen.
Die Atmosphäre ist doch jedes Mal wieder etwas ganz besonderes auf diesen Flohmärkten. Es scheint mir fast unmöglich diese Stimmung zu beschreiben, die dort herrscht, doch faszinierend ist es allemal. Wer einmal da war, kann mir vielleicht nachempfinden, dass man sich bei den ersten Schritten über den allgemeinen Trödelmarkt eher fremdlich, fast unerwünscht fühlt. So geht es mir zumindest. Doch dieses unwohle Gefühl weicht sehr schnell und wird durch Geborgenheit und dem Eindruck, einfach dazuzugehören, ersetzt. Fast gleicht es einer Aufnahmeprüfung, die einen in die Reihen dieser doch so gegensätzlichen Menschen dort auf dem Platz führt.Eine erste zögerliche Frage, der erste Handel, um das sehr ansprechende kleine Buch, das sich dort am Boden in den Kisten versteckt und schon gehörst du dazu.Gehörst du dazu... in die Gruppe dieser verrückten, melancholischen, trägen und frühmotivierten Menschen, die es doch immer wieder schaffen, mich in den Bann ihrer kleinen, faszinierenden Welt zu ziehen.
Freitag, 10. Juli 2009
Ein neuer Abschnitt
Wer hätte das gedacht! Nun bin ich doch hier angekommen, am Ende des 12. Schuljahres und am Anfang meiner wirklich letzten Sommerferien. Hin- und hergerissen zwischen Euphorie und Misstrauen gegenüber diesem neuen Abschnitt meines Lebens, werde ich nun erstmal ein Stündchen schlafen...
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