Dienstag, 29. Dezember 2009
Monsieur Leroy liebte die Musik. Sanfte Klänge, am liebsten das Klavier und während sie spielte, da hob er seinen kleinen, alten Spazierstock und schwang ihn immer wieder in der Luft herum bis sich alles drehte. Sein kleines Haus am Ende des Sees lag noch vor dem bezaubernden kleinen Wald. Bis dahin hatte sich noch nie Jemand gewagt, nur er und das war sein Geheimnis. Einsam war er nie und niemals bereute er seine Entscheidung hierher gekommen zu sein, denn nur so konnte er das alles erleben. Und Monsieur wusste, dass die Anderen es nicht verstanden hätten. Sie hätten es nicht zu schätzen gewusst und sie hätten womöglich noch nicht einmal den Zauber bemerkt, nein sie hätten es verpönt und klein gemacht und niemals gesehen, was Leroy sah. Nur manchmal, da war er traurig, dass er all das erst so spät erkannt hatte, sein Leben war von Leid und von Enttäuschungen über die Menschen gezeichnet. Oh hätte er doch schon ein paar Momente früher dieses kleine Wunder erkannt. Warum er nun hier war? Lassen Sie uns überlegen, es war vor einer geraumen Zeit, da beherrschten ihn noch Geld und Macht und all diese nichtigen Dinge, nach denen jeder dieser dummen Wesen strebte. Leroy nannte sie seine Freunde, jene die Tagein Tagaus seine Gesellschaft suchten. Und zu oft stellte sich heraus, dass diese sich nach seinem Erbe sehnten, nach seiner Würde und nach seinem Glück. Doch was sie nicht ahnten, Monsieur Leroy war nicht glücklich, dort in diesem viel zu großen Palast, vollgestopft mit Reichtümern aller Art und Ansehen, welches sonst kein Anderer in der Stadt besaß. Und so begab es sich, dass Monsieur Leroy sich auf die Suche nach dem Glück machte. Zum ersten Mal spürte er es als er loszog, um alles hinter sich zu lassen. Und es fühlte sich so wundervoll an, dass es keine Zweifel ließ, das Richtige getan zu haben. Und je mehr er lief und suchte, desto klarer wurde ihm, was sein Ziel war. Doch dieses winzige Haus, am Ende des Flusses, kurz vor dem bezaubernden kleinen Wald war alles andere als das Ende der Reise. Es war der Anfang eines Traums. Leroy konnte nun fliegen und er sah sie, die kein anderer Mensch zuvor sehen durfte. Denn sie waren so wunderschön, dass sie jeden anderen Menschen das Leben gekostet hätten. Aber Leroy kannte das Geheimnis. Und so durfte er sie jederzeit besuchen. Besonders abends, da saß er in diesem kleinen elfenhaften Wäldchen und kniete sich auf das weiche Moos, und dann sah er sie. Ihre winzigen Flügel flatterten im Wind umher und erzeugten einen seidigen Schimmer im ganzen Wald. Und ganz besonders in diesen Momenten lehnte sich Monsieur zurück und erkannte, dass er endlich herausgefunden hatte, was Leben war.
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