Freitag, 28. August 2009

Konstantes Chaos


Tja, da hat sie mich wieder, die gute alte Schule. Und da dies nun leider wieder der Ort ist, an dem ich einen Großteil meines Lebens verbringe, an dem ich esse, schlafe und sonst auch noch alles andere tue, gibt es zur Zeit nicht viel mehr zu berichten, als dieses leidvolle Thema.

Nun ist doch erst eine Woche vergangen, seitdem ich qualvoll aus der wunderbar, träumerischen Trance der Ferien gerissen wurde und schon sitze ich wieder hier in meinem alt bekannten, völlig überfordernten Zustand und starre unentwegd auf diesen riesigen Müllberg, der sich früher einmal Schreibtisch nannte.
Gerade am ersten Schultag kam mir schon in den ersten Minuten ein Schwall von fast zu ekelhaft betitulierenden Euphorie der Lehrer entgegen, wobei ich mich doch so felsenfest auf ein beiläufiges Nichtstun eingestellt hatte.
Tja, Pech gehabt! Würde ich mal sagen.

Und in diesem neuen, erkenntnisreichen Zustand lies ich mich doch nur allzu gern freiwillig in den Sog des Du-machst-bald-Abi-Zugs ziehen.

So, nur um hier mithalten zu können, brauchte ich einen Plan. Etwas, was mir vorher nie einfiel, etwas, was diesmal funktionieren würde und meine Motivation weckte.
Ich muss leider gerade hier abbrechen... denn bis jetzt fiel mir wirklich noch nichts lukratives ein.
Ein neu angeschafftes Notizbuch hat bis jetzt schon mal seinen Teil getan, denn das System der davor genutzten To-do-Listen mahnte mich auch schon nach kurzer Zeit und die Zettelwirtschaft wuchs mir über den Kopf. Vorausgesetzt die Zettel tauchten denn auch irgendwann nochmal auf...

Und so kann ich nur sagen: Abi, ich komme!

Montag, 24. August 2009

Wege

Ein leerer Raum.
Auch heute tritts du wieder ein, warum weißt du nicht.
Nur du hast das dringende Gefühl, dass du unbedingt eintreten musst.
Und nun stehst du hier, was hat es bloß zu bedeuten?
Wo doch in diesem Raum nichts ist, nichts greifbares.

Ein Geräusch.
Ein langer Moment des Wartens.
Enttäuschung?
Doch dann siehst du sie. Alle.

Dienstag, 18. August 2009

Zugbekanntschaften


Ich muss zugeben, in letzter Zeit komme ich sehr viel herum und habe die Gelegenheit so einiges zu sehen von dieser Welt. Diesmal war es die wunderschöne Stadt München, die ich bereiste und der ich zugegebenermaßen erstmal sehr skeptisch gegenüber stand. Wahrscheinlich bin auch ich ein Freund des Klischeedenkens, da meine Vorstellung von München vorerst nicht über Bierbäuche, Trachten und Volksgedudel hinaus ging. Ich muss aber dann immer wieder lernen, dass meine ersten Vorstellungen und Eindrücke oft nicht richtig sind. Und doch, ich lasse mich auch immer wieder gerne eines Besseren belehren :)

So begann unsere 5-tägige Reise und schon die Zugfahrt wurde sehr unterhaltsam. Nach gewissen Komplikationen bezüglich unserer reservierten Plätze fanden wir uns neben einer Hand voll Rosenheimer Schnittchen wieder, die die volle Zugfahrt damit beschäftigt waren, zu kniffeln und Weißbier zu trinken. Schon hatte uns unser hessischer Akzent als Touris enttarnt, bekamen wir einen Haufen voller Insidertipps (hauptsächlich von Bar und Kneipen), denen wir in München unbedingt mal einen Abend opfern sollten. Ich muss schon zugeben, dass mir die Mentalität der Bayern von Anfang an imponierte und so wurde ich fast ein wenig sentimental, als wir uns von unserer Zugbekanntschaft verabschiedeten. Aber das ist wohl auch eines der reizvollen Dinge am Zugfahren, dass man Menschen begegnet, die man mit größter Wahrscheinlichkeit niemals mehr im Leben treffen wird.

Sonntag, 9. August 2009

Ein neuer Tag beginnt...

und schon sank meine Laune in den Bereich der Unerträglichkeit, meinerseits. Wo ich dem Flohmarkt doch sonst immer mit solch einer Euphorie begegnete, musste ich heute mit einer eingesteckten Niederlage zurückkehren. Manche Menschen sind aber auch wirklich sowas von unflexibel! Und gerade ich habe natürlich das Vergnügen, genau diesen Menschen zu begegnen (zumindest habe ich das so im Gefühl).
Heute handelte es sich um eine alte, jenseits des guten Zustandes liegenden Kiste, die da bei dem kleinen Stand auf dem Boden lag und meine Faszination sofort erweckte. Sofort zeigte mir meine Fantasie, in welches Projekt mich diese tolle Kiste verwicklen könnte, mit welcher Mühe und Arbeit ich diese alte Holzkiste wieder auf Vordermann bringen könnte, um sie dann voller Stolz meinen Mitmenschen zu präsentieren. Es sollte etwas werden, wohin ich meine ganze überschüssige Energie und meinen ganzen Frust hineininvestieren konnte. Ich hatte sogar schon geistig mein geringes Budget, über das ich im Moment verfüge für Schleifpapier, Lack und Farbe ausgegeben und sah meinem kommenden Tun schon freudig entgegen.

Nur hatte ich nicht mit dieser netten, überaus entgegenkommenden Frau gerechnet, die leider meiner kindlichen Euphorie einen Strich durch die Rechnung machte. Auf Nachfrage des Preises musste ich den überwucherten Preis von 5 € entgegen nehmen. 5 € ?!
Ihre Erklärung dazu, es sei ihre alte Werkzeugkiste gewesen, die sie nur ausgeräumt und schon innen extra geklebt habe, machte die ganze Situation auch nicht besser. Auf meine verzweifelten Nachfragen, ob sie denn nicht wenigstens ein bisschen mit dem Preis herunter gehen könnte, bekam ich nur eine grimmige und zugegeben auch feucht spritzige Antwort zurück, dass sie diese 5 € auf jeden Fall dafür haben will, ohne Diskussionen. Fast entwickelte sich aus diesem vorerst harmlosen Flohmarkthandel, nun ein Kampf um meinen Stolz, den ich nicht für eine alte, verwurmte Holzkiste aufgeben wollte. Und so verließ ich heute geknickt den Flohmarkt und musste den Traum von meiner tollen, selbst restaurierten Kiste nun leider aufgeben. Auch jetzt noch plagen mich innerste Wünsche für diese Frau, die ungefähr so lauten, wie: Hoffentlich wird sie heute gar nichts mehr verkaufen und hoffentlich wird ihr diese Kiste heute Abend beim Zusammenpacken ihres restlichen Schunds in den Händen zerfallen und sie wird sich unglaublich ärgern, über ihren übertrieben Stolz.

Auch wenn man mich als einen Menschen kennt, dessen Gewissen in übertriebenen Maße fungiert... heute kann ich mich mit meinen üblen Verwünschungen guten Gewissens zurücklehnen, um mir so meine Niederlage zu entkräften.

Samstag, 8. August 2009

Leben


This is life
And everything's all right
Living living living living living living living living life

Sonntag, 2. August 2009

Jungscharfreizeit '09


Wow! Die letzte Woche hat mir wirklich unglaublich viele Eindrücke gegeben. Ich sitze nun hier und bin völlig verzweifelt, denn ich habe das Gefühl, dass egal wie ich es aufschreibe, egal was ich sage, man kann es einem Unbeteiligten nicht erklären, wie schön, eindrucksvoll und schrecklich anstrengend die letzte Woche war.

Ich muss sagen, dass ich mich in den ersten beiden Tagen wirklich erstmal daran gewöhnen musste, ständig Jemanden um mich herum zu haben... diese 55 Kinder haben meine Nerven wirklich ganz schön strapaziert. Aber im Endeffekt hat sich diese ganze Anstrengung doch wirklich gelohnt und zum Ende hin wurde ich dann doch auch immer sentimentaler.
Zur Zeit kann ich fast diese Ruhe nicht mehr ertragen, nach der ich mich zwischenzeitlich in der Freizeit so sehr gesehnt hatte. Und auch der normale Alltag stellt sich gerade als Problem dar: Sobald ein Kind von 8-14 Jahren in mein Blickfeld tritt habe ich sofort das Bedürfnis, es genervt anzufahren, dass es sich doch gefälligst hinten anstellen soll und den Teller leer essen soll. Ich bin dabei sogar schon drauf und dran, meinen Mitmenschen die Strafentüte zu bringen, welche sie wahrscheinlich zu Küchen- oder Klodienst verdonnern wird.

Was ich bald in dieser Jungscharfreizeit herausfinden musste ist, dass sich der Begriff "Kind sein" im laufe der Jahre doch sehr verändert hat. Ich zumindest kann mich, wenn ich an die kleine Sarah von 9 oder 10 Jahren zurück denke, zumindest nicht so ganz mit den Kinder identifizieren. Wo mir in diesem Alter noch Klamotten so wichtig, wie die Börsenspekulationen im Ersten waren und ich nicht mal daran dachte, dass man sich irgendwelche Farbe ins Gesicht schmieren kann, um attracktiver auszusehen, wurde ich hier eines Besseren belehrt. Es schien mir eher so, dass ich mir nun mit meinen 18 Jahren noch ein paar Stylingtipps von den KLeinen geben lassen sollte, um in ihrer Welt mithalten zu können. Und so kam es, dass ich morgens mit meinem müden, verkwollenen Gesicht das Bad betrat und eine Traube von kleinen Mädchen wahrnahm, die sich um die Spiegel scharten und Schminkutensilien um sich herum liegen hatten, die ich zuvor noch nie in meinem Leben gesehn hatte.

Insgesamt schrieb ich mir am Ende dieser Woche 3 Grundsätze zu Kindern auf:
1. Kinder sind ekelhaft.
2. Kinder sind grausam.
3. Kinder nerven.

Den ersten Punkt konnte man hauptsächlich auf die Nutzung der Klos und Bäder beziehen, wobei ich oft Anblicke hatte, die ich einfach wieder vergessen wollte und auch später so tat, als ob dies niemals passiert sei. Weiter hatte ich aber auch Erlebnisse mit 14-jährigen, die es einfach urkomisch fanden, vor meinen Augen eine Wespe auf ihrem Teller zu enthaupten und danach zu sizieren (ich konnte meinen Brechreiz nur gerade so bändigen).

Das Wort 'grausam' klingt ziemlich hart trifft sicher auch auf die wenigsten der Kinder zu. Doch trotzdem hat mich diese Freizeit gelehrt, dass Kinder nicht zu unterschätzen sind und doch auch imstande sind, viel zu lästern und zu intregieren. Das zu erfahren war für mich sehr erschreckend, wo ich doch immer an das kindliche, harmonische Grundverhalten von Kindern glaubte.

Dass Kinder nerven, brauche ich wohl niemandem zu erklären. Doch ich denke, dass man wirklich mal so eine Freizeit miterleben sollte, um zu wissen in welcher Intensivität die Nerven dabei Strapazen erleiden müssen. Schon am dritten Tag hatte ich plötzlich das dringende Bedürfnis, meinen Kopf immer und immer wieder gegen die Wand zu hauen. Dabei hatte ich aber leider nicht bemerkt, dass kurz vor meiner Kopf-an-dieWand-hau-Aktion ein Junge an mir vorbei lief und "Yo Sarah" rief. Meine Reaktion darauf muss ihn wohl ziemlich verwirrt haben, da so schnell wie möglich das Weite suchte, bevor ich begreifen konnte, wie komisch und voller Ironie diese Situation eigentlich war. Immerhin hatten alle anderen Umstehenden ihren Spaß :P

Es ist wahrscheinlich unmöglich, alles hier zu notieren... ich selbst hatte ständig mein Buch bei mir, um auch jede coole Aktion und jeden witzigen Spruch der Kinder aufschreiben zu können. Und weil ich fast Angst habe, irgendetwas von dieser tollen Woche zu vergessen... denn Kinder sind nunmal nicht nur grausam, nervig und ekelhaft. :)

Bild: "Getümpelt" zu werden war wohl eine der schlimmsten Strafen, die die Monster zu erwarten hatten.